Getränke

Solange noch Früchte an Rebe, Strauch oder Baum hängen, läßt man natürliche und künstliche Mineralwässer beiseite und hält sich an die von der Natur destillierten Erzeugnisse. Alkoholhaltige Getränke wirken jetzt wie Gift auf die Organe; man verzichtet darauf bis Anfang November und nimmt sie auch später nur sehr mäßig. Aber destilliertes Wasser kann man nach Belieben trinken; es räumt alle krankhaften Zustände weg, wenn man daneben wenigstens eine Woche lang keine feste Nahrung zu sich nimmt. Frische Obst- und Gemüsesäfte tuen jetzt bessere Dienste als Soda-, Ingwer- und Brauselimonaden, weil sie das Blut nicht überhitzen und außerdem eine gesunde Gesichtsfarbe erzeugen. Milder heißer Tee und dünner kalter Kaffee sind gut bis Oktober; wenn man sich mit Obst übernommen hat, empfiehlt sich kalter Kräutertee.

Wenn man im Zweifel ist, mit welchem Tee man rasch eine gute Wirkung erzielt, so wähle man Tee von Leinsamen, schlüpfriger Ulmenrinde oder Sennesschoten. Den Leinsamentee gießt man über etwas Zitronensaft und ein Daumenglied großes Stück Kandiszucker in die Tasse. Die Ulmenrinde setzt man mit kaltem Wasser zu, läßt sie nach dem Aufwallen noch 3 Minuten schwach weiterkochen und süßt den Tee nach Bedarf. Die Sennesschoten läßt man nach dem Siedepunkt noch 3 Minuten simmern und trinkt den Tee möglichst heiß, wenn man will, mit etwas Büchsenmilch. Für Frauen empfehlen sich außer Leinsamentee in häufigem Wechsel Arnikablüten, römische Kamille, Fenchelsamen und Safran.

Äpfel- und Birnenschalen trockne man gut und hebe sie in Blechbüchsen auf. Gießt man über eine kleine Handvoll Schalen 1/2 Liter kochendes Wasser, so gibt das einen ausgezeichneten Tee, der sogar 1/2 Prozent Alkohol enthält und vorzüglich gegen Ausschläge, Nessel, Jucken und Flechten wirkt; nach Belieben kann man ihm etwas schwarzen oder grünen Tee beigeben.