Ernährung

Der Wechsel der Jahreszeit erfordert auch einen Wechsel in der Ernährung und Lebensweise. Solange das warme Wetter noch anhält, beachte man die Regeln der Sommerzeit und enthalte sich vor allem des getriebenen Brotes und vergorenen Käses. Wer glaubt, Käse haben zu müssen, halte sich an Quark, gut mit Kümmel gewürzt, mit etwas Toast oder salzgetriebenem Brot. Noch besser ist es aber, gar kein Brot zu nehmen, solange frischer Grünmais zur Verfügung steht.

Sobald das kühle Wetter einsetzt, sind an der Zeit: Körnerfrüchte, vor allem Weizen, Vollkornbrot, Suppen aus Vollkornmehl, frische, nicht überwinternde Gemüse mit Küchenkräutern, Melone, Kürbis, Gurke, Grünmais, grüne Bohnen, Limabohnen, Erbsen, Beeren, Obst und Obstsäfte, Oliven, rohe Erdnüsse, Quark.

Drüsen-Nahrung sind: Schwarzwurzeln, grüne Bohnen, Limabohnen, Artischocken, Cardendisteln, Ananas, Haferbrei, Weizengerichte, Weißer Maisgries, rohe Erdnüsse, Pistazien, Ziegenkäse, Brie-Käse, 1 geschlagenes Eiweiß, vermischt mit dem Saft einer halben Zitrone und 1/2 Glas Vichywasser. Küchenkräuter erhöhen den Heilwert. Bei allen Drüsenleiden muß man Milch, Milchprodukte und Eier für drei Wochen völlig meiden.

Jetzt nimm frisches Mehl, frische Körnerfrüchte, frischen Grünmais und lasse Dosen und Büchsen beiseite gegenüber allem, was jetzt frisch geerntet wird. Konservierte Nahrungsmittel mögen wohl unserer Bequemlichkeit entgegenkommen. Aber täglich frisch zubereitete Speisen haben ihr volles Aroma und schon dadurch höheren Nähr und Gesundheitswert als solche, die seit Monaten oder Jahren aufbewahrt werden.

Wechsle von Obst zu Gemüse und von Gemüse zu Obst und schiebe häufig Schleimsuppen in den Speisezettel ein. Wenn du nicht recht weißt, was für eine Mahlzeit du dir richten sollst, dann reibe den Boden eines Suppentellers mit einer aufgeschnittenen Knoblauchzehe aus, brich 1 Ei hinein, schlage es mit 1 Teelöffel Olivenöl und 1 Prise Cayenne, gieße 1 Tasse kochend heißes Wasser darüber und nimm das löffelweise, solange es heiß ist. Bist du noch hungrig, so nimm 1 oder 2 Scheiben trockenes Brot, mit Cayenne bestreut, hinzu und etwas Salat von grünen Pfefferschoten, der mit Zitronensaft gewürzt ist.

Mögen die Abende auch schon kühl sein, so ist es doch nicht ratsam, zuviel Gekochtes zu genießen; ein gekochtes, gedünstetes oder gebackenes Gericht am Tage sollte uns genügen. Obstsalate nimmt man am besten zu Mittag; mit Haferflocken befriedigen sie jedes Bedürfnis, besonders wenn man mit gerösteter Kleie abwechselt. Aber das erste Gericht der abendlichen Hauptmahlzeit sollte immer ein Gemüsesalat sein. Verlangt man nach weiteren Gerichten, so nehme man jedenfalls keine Suppen. Denn 1 Teller Gemüsesuppe mit etwas gesundem Brot macht schon eine vollständige Mahlzeit aus.

Manche kühlen sich hungrig, wenn sie nicht mehrere Gerichte zu einer Mahlzeit bekommen. Diese Art Hunger läßt sich aber nicht durch eine Mehrzahl beliebiger Gerichte stillen. Besser tut man dann, solange hungrig zu bleiben, bis man Verlangen nach einer ganz bestimmten Speise verspürt, die dann auch befriedigt. Überhaupt esse man nur, wenn man wirklich Hunger hat, weil man dann ganz von selbst das wählt, was einem nötig ist und auch bekommt. Wer dem Appetit frönt, der nur die Folge eines krankhaften Nervenzustandes ist, wird immer mit Verdauungsbeschwerden zu tun haben, während der Hunger ein natürliches organisches Bedürfnis offenbart, daher die vollständige Umwandlung der Speise herbeiführt und die Gesundheit fördert. Bereite dir deine Speisen selbst nach natürlichen Gesetzen zu und lasse dich bei der Auswahl nicht vom Appetit, sondern von deiner Eingebung leiten.

Wer sich beobachtet, lernt vor allem bald, seinen Verdauungsorganen kein schweres Frühstück zuzumuten, weil es das Blut nach dem Magen zieht, so daß es dem Gehirn an der notwendigen Durchblutung und Erwärmung fehlt, die es zu erfolgreicher Denkarbeit braucht.