Im September wird uns eine neue von den vielen Gelegenheiten des Lebens angeboten, unsern Körper, diesen Tempel des heiligen Geistes Gottes, auszubauen und zu erhöhen. Er ist der Ausklang des Sommers und vielleicht war die Ernte für unsern Gesundheitszustand kein voller Erfolg; jedoch sollten wir noch einmal Mut fassen, da sich uns noch mancherlei Möglichkeiten bieten, unsere Verhältnisse zu verbessern, und sollten versuchen, einen Schritt vorwärts zu gehen, um uns der Gesundheit zu versichern, die unser Erbrecht ist.

Mit einigem guten Willen kann man noch manches von dem Versäumten gutmachen, weil der September der Monat der Reaktion oder Rückwirkung ist. Wir erweisen jedenfalls dem Fortschritt einen größeren Dienst, wenn wir uns selbst dazu anhalten und andere darin unterweisen, das wenige Notwendige rechtzeitig und richtig zu vollziehen, um uns auf dem Wege der Gesundheit, Freudigkeit und Glückseligkeit zu halten, als daß wir hingehen und die Gefallenen aus der Gosse ziehen, um sie dann auf dem weiteren Lebenswege doch ihrem Schicksal zu überlassen, so daß sie gleich modernden Gräbern die Suggestion verwesender Gebeine auf ihre Umgebung ausströmen.

Die schönsten Farben an Blättern, Blüten und Früchten und das saftigste Obst und Gemüse zaubert der September hervor. Ein goldenes Aufleuchten wellt durch die Natur, die nochmals einen reichen Segen in einer Überfülle von frischen Kräutern, Gemüsen und Obst anbietet. Wir sollen zwar von allem Gebrauch machen, was uns dargeboten wird, aber doch in weiser Selbstbeherrschung, damit wir dem Gesetz der Ökonomie auch unserm Körper gegenüber gerecht werden und zugleich die Grundlage für bessere Tage auch in unserm Heim und unserm Beruf oder Geschäft legen. Deshalb mahnt der September einen jeden von uns und alle: "Steh' allein und kümmere dich um deine eigene Sache!" Dann können wir die Sympathie entbehren, die zusammen mit dem Appetit oder der mangelnden Selbstzucht die Ungleichheit fördert und aufrecht erhält, also den Grund zu allen sozialen Übeln legt.

Der Sommer neigt zum Herbst. Die Wärme und der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ändern sich, weil sich die Sonnenbahn ihrer winterlichen Grenze, dem Wendekreis des Steinbockes, nähert, die elektrischen Ausströmungen der Erde allmählich zur Ruhe kommen und ihre magnetischen Kräfte sich in ihrem Innern zu sammeln beginnen.

Am 19. September gedenken wir Zarathustras, der die Menschheit mit einer wissenschaftlichen Land- und Gartenwirtschaft bekannt machte und ihr eine naturgemäße Ernährungsweise nahelegte, die in "Weizen und Wein" als den höchstvollendeten Formen der Elementar- und Ätherstoffe der Erde ihren sinnbildlichen Ausdruck fand. Der Weizen wurde als "Stab des Lebens" und als "Himmelsbrot" und der Saft der Weintraube als das "Blut der Erde" bezeichnet.