Gemüse

Gemischte Salate sind die besten Gemüse-Gerichte bei heißem Wetter; aber man lasse Mayonnaisen und schwere Salattunken beiseite und nehme statt dessen nur etwas Olivenöl, Zitronensaft, grüne Pfefferschote und einige Minzenblätter. Stellt man immer ein faseriges oder mehliges Gemüse mit einem saftigen zusammen, dann ist der Salat nicht nur nahrhaft, sondern auch kühlend. Mit etwas Zwieback, Hartback oder Toast und ab und zu mit 1 weichgekochten Ei hat man schon eine Mahlzeit, die die Organe zufriedenstellt und insbesondere auch die Drüsen anregt, ihre inneren und äußeren Sekretionen herzustellen. Zu einer Salatmahlzeit zu trinken, besteht kein Verlangen; man kann aber 1/2 Stunde vor der Mahlzeit 1 Glas destilliertes Wasser trinken und ebenso 2 Stunden nach der Mahlzeit. Grünmais, Gurke, Kraut und Melone geben einen feinen Salat, der die Leber kühlt. Stiefmütterchen, Butterblumen, Sauerampfer und wilder Senf als Salat fördern die Verdauung und die Tätigkeit der Keimdrüsen. Kopfsalat, Kürbis, Melone, Schnittbohnen und Petersilie stärken das Nervensystem und beheben Drüsenschwäche. Gibt man dem gemischten Salat abwechselnd wilden Senf und Pfefferminzblätter bei, so verlieren sich Magenstörungen.

Roher Blumenkohl als Salatbeilage stärkt die Nerven und scheidet aus, besonders wenn man etwas rohen Kürbis hinzunimmt.

Eierpflanze, abwechselnd mit Schwarzwurzel genommen, ist heilsam für die Bauchspeicheldrüse und hilft den Blutarmen.

Gurken, Kürbis, Zughetti reinigen das Blut und die Haut. Alle Arten von Kürbis beheben roh oder gebacken Blutarmut, entlasten die Leber und die Eingeweide und beseitigen Darmschmarotzer, wenn man sie anstelle von Kartoffeln, also nicht zusammen mit Kartoffeln, genießt. Wer Kartoffeln meiden muß, halte sich an Kürbis. Zughetti oder italienischer Kürbis heilt Störungen der Gallenblase.

Grüne Bohnen sind eine gute Salatbeilage und wirken in Verbindung mit Kürbis anregend auf die Nerven.

Karotten oder gelbe Rüben wirken schmarotzerfeindlich, wenn man sie mit Anis würzt und mit Sahnentunke 1 bis 2 Wochen täglich nimmt. Weiße Rüben sind heilsam für die Bauchspeicheldrüse und die Blase. Rote Rüben reibt man roh, würzt sie mit Anis, Dill, Fenchel oder Kümmel und richtet sie mit französischer Salattunke auf Salatblättern an; sie sind heilsam gegen Blutarmut.

Kartoffeln sind am bekömmlichsten, wenn man sie in heißer Asche bäckt oder in papierdünnen Scheiben mit etwas Öl und Zwiebeln im Tiegel brät. Zu neuen Pellkartoffeln gibt man etwas Dillsamen in das Kochwasser und ißt sie mit Sauermilch; das Kochwasser soll gerade verdampft sein, wenn sie gar sind. Kartoffeln wirken als Heilmittel, wenn man sie mit Fenchel, Dill oder Kümmel zubereitet und eine gebräunte Mehltunke dazu nimmt. Als Kartoffelbrei können sie mit süßer Sahne oder saurer Milch zubereitet werden. Roh gerieben und mit etwas Zitronensaft und Öl angemacht, heilen sie Verstopfung.

Roher Mais ist heilsam gegen Leberleiden, wenn man eine Zeitlang mittags und abends je 1 Kolben ißt. Man kann die Kolben auch 10 Minuten in kochendes Wasser legen, sollte aber dann die Körner durch ein Sieb drücken, wenn sie der trägen Leber helfen sollen. Wer sich von Verstopfung heilen will, steigere die Tagesmenge nach und nach, bis er am 10. Tage ganz von Grünmais lebt; dann verringert man die Tagesmenge allmählich wieder, indem man andere Gemüse hinzunimmt. Gebutterter Mais über offenem Feuer geröstet, ist ein feines Gericht und stellt mit einer gebackenen Kartoffel jedermann zufrieden.

Melone, besonders Wassermelone, ist heilsam gegen Blutarmut, Epilepsie oder Fallsucht und gelbes Fieber und hilft denen, die eine erleichternde Durchspülung notwendig haben. Als Gewürz verwendet man abwechselnd eine Prise Muskatnuß und Cayenne. Persische Melonen sind heilsam gegen Nierenleiden und Zuckerkrankheit; man nimmt dazu jeweils 3 Eßlöffel gut dextrinierte Haferflocken. Sonst nimmt man die Melonen mit Vorteil als erstes Gericht zur abendlichen Hauptmahlzeit, weil sie die Verdauung anregen und daher den Weg für die nahrhafteren Speisen ebnen.

Gelbe Tomaten sind besonders wertvoll gegen Eingeweide- und Leberleiden, gegen Gelbsucht und gegen Beschwerden des Zwölffinger-Darmes; man ißt sie dann für sich allein, also nicht nur als Salatbeilage. Lege sie kurz in kochendes Wasser und ziehe die Haut ab, die unverdaulich ist. Manche vertragen nicht einmal die Kerne, müssen also die Tomaten durch ein Sieb drücken.

Gedämpfte Zwiebeln, mit feingeschnittener Petersilie angerichtet, sind heilsam gegen Lungenleiden aller Art. Rohe Zwiebelscheiben, eine Stunde in Zitronensaft eingeweicht und in kleinen Mengen abends vor dem Schlafengehen genommen, beheben die Schlaflosigkeit, regen gleichzeitig die Schleimhäute an und heilen chronischen Katarrh.