Der August mit seiner Treibhaustemperatur liefert uns Obst und Gemüse in reichlicher Auswahl auf der einen Seite und läßt beim geringsten Witterungsumschlag auf der anderen Seite Milch und Sahne sauer werden. Das sind Winke der Natur, aus denen wir unsere Schlüsse für unser eigenes Verhalten ziehen sollten. Schon kleine Abwechslungen, selbst kleine Ausflüge in verschiedene Gegenden, bestärken uns in dem Gefühl, daß die Schönheiten des Lebens mannigfaltig und unerschöpflich sind.

Im August ist Hochsommerzeit, die voller Gelegenheiten ist, uns in den Wäldern, den Bergen und Seen Kraft und Genesung zu holen. Die Natur ist nicht nachträglich, sondern immer bereit, zu vergeben und alles zu vergessen. Sobald wir uns ihr nur anerkennend und freudig zuwenden, kommt sie uns schon auf halbem Wege mit ihren Segnungen entgegen.

Die elektrischen Kräfte der Erde wirken sich jetzt in höchstem Maße aus; darum die schwülen Tage und die drückende Hitze, die aber nötig ist, damit alle Früchte im Herbst ausreifen können. Jedoch brauchen wir Menschen darunter keineswegs zu leiden, wenn wir nur verstehen, uns der Natur anzupassen. Jetzt sollen wir nicht hinter dem Schreibtisch sitzen und über geistige Probleme nachgrübeln, sondern uns draußen mit gesunder ländlicher Arbeit befassen oder frisch hinauswandern in die schöne Welt.

Durch die Betätigung im Freien, körperliche Ausdauer und frischen Mut umsteuern wir leicht alle drohende Erschlaffung. Das ist es ja, was die Hitze bezweckt; sie will uns zu größerer Tätigkeit, Ausdauer und frohem Mut anspornen, damit wir durch größere Leistungen eine reiche Ernte vorbereiten helfen.