Zum Geleit

Im Jahre 1908 ist die erste deutsche Ausgabe der Mazdaznan-Diätetik von Dr. O. Z. A. Hanish durch David Ammann, den Botschafter der Mazdaznan-Bewegung für Europa, herausgegeben worden und hat als "Mazdaznan-Ernährungslehre" 1928 die 60. Auflage erlebt. Die darin veröffentlichten einfachen, natürlichen und wissenschaftlich begründeten Regeln entsprechen dem, was Mazdaznan seit Jahrtausenden lehrt; sie sind von Dr. O. Z. A. Hanish nur den gegenwärtigen Verhältnissen gemäß so gefaßt und erläutert worden, daß alle, die guten Willens sind, die Bedeutung und den Wert der Mazdaznan-Ernährungskunde erkennen können und sich auch angeregt fühlen werden, Versuche in der einen oder anderen Beziehung anzustellen, um sich selbst die Richtigkeit der einzelnen Regeln zu beweisen.

Viele fortschrittlich denkende Einzelne haben das auch schon getan und viele fortschrittliche Vereinigungen und Geschäftsleute haben diese und jene Regel in ihr Programm aufgenommen und dadurch zur Verbreitung und Anerkennung vieler Regeln beigetragen. Infolgedessen ist es allen wirklich nach Fortschritt und Entwicklung strebenden Menschen bereits klar geworden, daß die durch Dr. O. Z. A. Hanish wiedererweckten Mazdaznan-Ernährungsregeln sowohl der Gesundheit und Entwicklung des Einzelnen dienen als auch einem ganzen Volke, ja, der ganzen Menschheit den Weg zu friedlichen Zuständen, erfolgreichem Schaffen und einer höheren Kulturstufe bahnen.

Obwohl dadurch das Schrifttum zur Ernährungsfrage gewaltig angewachsen ist und sogar viele Tageszeitungen sich mit einer fortschrittlichen Ernährungsweise befassen, erscheint es doch immer wieder und immer noch nötig, das Augenmerk aller Suchenden auf das Grundsätzliche zu lenken, wie es in der Mazdaznan-Ernährungskunde dargelegt wird, weil die allermeisten Schriftsteller mehr oder weniger nur ihre persönlichen Erfahrungen oder Ansichten zum Besten geben, die wohl für ihren besonderen Fall ihre Richtigkeit haben mögen, aber keine Allgemeingültigkeit für sich in Anspruch nehmen können. Deshalb ist es nötig, daß die Mazdaznan-Ernährungkunde weiter verbreitet wird.

Das Mazdaznan-Kochbuch ist die praktische Ergänzung zur Mazdaznan-Ernährungskunde und hat wie diese von 1908 bis 1928 die stattliche Reihe von 60 Auflagen erlebt und damit bewiesen, daß es das Interesse weiter Kreise gesunden und vielen den Weg zur praktischen Erprobung der Ernährungskunde geebnet hat.

Den Müttern, die in das "Küchen-Laboratorium" der Familie gehören, wird es an Hand des Kochbuchs leicht fallen, aus allen Vorschlägen die für die Familie am besten geeigneten auszuwählen und schließlich Variationen zu erfinden, die auf die besonderen Verhältnisse der Familie Rücksicht nehmen und allen individuellen Bedürfnissen der Familienmitglieder gerecht werden, so daß das Familienleben gesund und harmonisch verläuft.

Die alleinstehenden Selbstverpfleger werden an Hand des Kochbuchs rasch zu der Überzeugung kommen, daß sie sich leicht und schnell einfache und billige Gerichte und, wenn gewünscht, auch eine reiche, bekömmliche Mahlzeit richten können, ohne dabei auf unüberwindliche Schwierigkeiten zu stoßen, und werden dabei gesundheitlich und ökonomisch besser fahren, als wenn ihre Speisen von bezahlten Händen zubereitet werden.

Auch die Verpflegung ganzer Tischgesellschaften und festlicher Versammlungen nach dem Kochbuch bietet keine Schwierigkeiten, weil dabei naturgemäß auf die Jahreszeiten Rücksicht genommen wird, so daß alle Teilnehmer zufriedengestellt und von der Mahlzeit nicht beschwert, sondern im Gegenteil angeregt werden, die Feststimmung bis zum Schlusse ohne Mißklang gewahrt bleibt und auch niemand unangenehme Nachwehen zu fürchten braucht.

Würden die für die öffentliche Gesundheitsfürsorge verantwortlichen Kreise die Anregungen des Kochbuchs aufgreifen und wenigstens dafür sorgen, daß ein ungetriebenes Vollkornbrot für den Allgemeingebrauch hergestellt und bereit gehalten wird und daß in Anstalten, Heimen, Krankenhäusern und dergleichen, wo große Personenkreise zu verpflegen sind, reine Pflanzenkost im Sinne des Kochbuchs verabreicht wird, würden sich der Gesundheitszustand, die Leistungsfähigkeit, die Arbeitsfreudigkeit und die moralische Haltung des ganzen Volkes in kurzer Zeit so offensichtlich heben, daß es alle Erwartungen überträfe.

So mögen auch diese Werke in der neuen Fassung allen Vorwärtsstrebenden zur Höherentwicklung und Entfaltung neuer Geisteskräfte dienen!

Leipzig, am 31. Oktober 1961,
dem Tage des Linsengerichtes.
Dr. Otto Rauth


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