Vorwort

Seitdem Anquetil du Perron im Jahr 1762 aus Surat in Indien nach Frankreich zurückgekehrt war und gewisse Kenntnisse uralter zarathustrischer Lehren mitgebracht hatte, haben Einzelne und auch ganze Schulen diese Lehren beständig ausgenutzt und ausgebeutet, ohne die eigentliche Quelle zu nennen, vielleicht auch ohne sie recht zu kennen. Swedenborg, Voltaire, Kant, Spinoza, Renan, Schopenhauer, Max Müller, Spencer, Haeckel, Jackson und viele andere haben reichlich daraus geschöpft, ohne den Ursprung dieser Weisheiten zu erwähnen.

Dr. Otoman Zar Adusht Hanish war der erste, der die Quelle offen nannte und den Schleier von einer Lehre zog, die klar und entschleiert gesehen zu werden verdient, um so mehr, weil sich diese uralten Weisheiten befruchtend auf alle philosophischen Systeme bis zur Gegenwart ausgewirkt haben. Dr. Hanish hat der Gesamtheit der von ihm wiedergebrachten Lehren den Namen Mazdaznan (sprich: Masdasnan) gegeben, um schon hierdurch die Herkunft zu kennzeichnen.

Aus Liebe zur Menschheit gab er ihr die Lehren wieder, die vergessen oder missverstanden worden waren, und betrachtete es, nachdem er die Wahrheit und die Vorteile der Lebensregeln an sich selbst erprobt hatte, als seine heilige Pflicht, seinen Mitmenschen den Weg zum Fortschritt zu ebnen, damit noch viele aus der unversiegbaren Quelle schöpfen können und die Natur mit ihren unzähligen Wundern und damit „Gott kennen“ lernen.

Der Mensch, der sich glücklich und wohl fühlen will, muss ständig wachsen, ständig fortschreiten, seine Fähigkeiten nutzbringend anwenden, denen keine Grenzen gesetzt sind. Wenn er heute seine Natur nicht voll entwickelt, so liegt das daran, dass er den Urquell alles Wissens und Könnens, die Natur, verleugnet und den Einflüssen anderer zugänglich ist und ihnen zum Opfer fällt. Durch richtiges Ein- und Ausatmen kann er den Weg zur Quelle zurückfinden. Dies ist zugleich der einzige Weg, der zum Ziel führt und auf dem das zu erstrebende Gleichgewicht zwischen Geist und Materie verwirklicht werden kann.

In der Zeit, als Dr. Hanish in den USA lehrte, wurden die Mazdaznan Atemübungen durch ihn oder durch seine Schüler, üblicherweise in drei Monate lang dauernden Kursen ausführlich gelehrt und praktiziert. Erst im Jahre 1902 ließ Dr. Hanish die Inhalte dieser Kurse unter dem Titel „Health- and Breath Culture“ herausgeben, um den Kursteilnehmern ein Nachschlagewerk zur Wiederholung und weiteren Vertiefung in die Hand zu geben.

Der erste Botschafter der Bewegung in Europa Vater David Ammann (1855-1923), übersetzte im Jahre 1909 das Werk ins Deutsche. In den Folgejahren erlebte es beständige Erweiterungen, Neuauflagen und große Verbreitung in allen Schichten der Bevölkerung.

Bei den zahlreichen Deutschland- und Europa-Reisen Dr. Hanishs, erhielt der als Leiter für die deutschsprechenden Länder eingesetzte Kalantar Dr. Otto Rauth, bereits 1931 unmittelbar den Auftrag, die „Atem- und Gesundheitskunde“ neu zu überarbeiten. Jedoch konnte dies, aufgrund des Verbotes der Mazdaznan-Bewegung durch die Nationalsozialisten im Jahre 1935, erst 1954 geschehen. Mutter Frieda Ammann (1862-1955) schrieb im Vorwort zur Ausgabe von 1954: „Nach Vater Davids Heimgang im Jahre 1923 hat Dr. O.Z.A. Hanish selbst noch bis zum Jahr 1932 die Atem- und Heilkunde in deutscher Sprache in vielen Vorträgen durch wertvolle Ausführungen ergänzt, die eine vollständige Neubearbeitung notwendig gemacht haben. Deshalb ist der Text des gegenwärtigen Werkes mehr als eine Übersetzung aus der englischen Sprache.“

Der erste Teil dieser letzten Ausgabe wurde ab 1955 fortlaufend in der Zeitschrift „Mazdaznan - Ruf an die Welt“ veröffentlicht, aber erst 1969 wurde das komplette Buch herausgegeben und schließlich 1978 nachgedruckt.

So übergeben wir nun eine weitere Neuauflage dieses Meisterwerkes den Menschen in der Überzeugung, dass viele die Großartigkeit seiner Mission erkennen und ihren Teil zur geplanten Regeneration des Individuums und der Menschheit beitragen werden.

Sei dem so!

 Im Namen des Verlages MAZDAZNAN - Ruf an die Welt
Juli 2003 Wassermann und Lichtweg - Arbeitsgemeinschaft


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